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Die Geschichte von den Sähmännern

"Meister?"

"Ja, mein Kind."

"Was willst Du mir für meine Reise mitgeben?"

Der Meister überlegte kurz.

"Die Geschichte von den Sähmännern."

Beide setzten sich in den Schatten eines großen Baumes.

"Es gibt Sähmänner in jedem Land auf dieser Welt, die ihren Samen verstreuen.

Jeder dieser Samen wächst auf dem Boden, den der Samen braucht,

um zu gedeihen.

Der eine Samen braucht viel Schatten, der Andere viel Sonne,

andere brauchen trockene, andere nassen Boden,

einige sehr fruchtbaren Boden, andere Gedeihen sogar auf sehr steinigen Boden."

"Ach das weiß ich doch, Meister. Was willst du mir damit sagen?"

"Du wirst Länder bereisen, in denen viel Planzen, Bäume und Blumen blühen,

wild, bunt oder groß und Mächtig.

Viele Sähmänner verstreuen dort Samen,

die Vegetation geht ineinander über, ohne dass das Eine, das Andere begrenzt.

Du wirst aber auch Länder bereisen, die nur sehr wenigen Planzen Raum geben,

indem nur ein Sähmann ganz wenige unterschiedliche Samen aussäht

und auch nur bestimmte Böden mit Saatgut versieht." "Das ist aber dann ein trauriges Land und bestimmt nicht bunt und wild."

"Ja, viel Brachland und wenig Vielfalt. Was nicht gewollt ist, wird aus der Erde gerissen.

In solchen Ländern gibt es nur einen Sähmann und viele, die Pflanzen kontrollieren,

ob sie aus dem Samen entsprungen sind, oder der Wind sie dahin geweht hat." "Dann ist der Wind auch ein Sämann, Meister? Was ist der Wind?" Das ist der Wing der Zeit, der Wind, der von irgendwo in dieser Welt Samen in die ganze Welt trägt. Wenn irgendwo etwas wächst, dann ist es wie eine Idee, die der Wind davonträgt."

"Wieso gibt es solche Länder, mit nur einem Sähmann?"

"Diese Länder haben nur einen Sähmann, der vor allem nach Macht strebt.

Angst ist sein Bruder und aus Gier besteht sein Herz.

So streut er nur seine Wahrheit, die ihm zum Vorteil dient."

"Das ist sehr, traurig. Der muss sehr einsam sein, er misstraut dann ja Allem und Jedem."

"Oh, ja. Das hast du gut erkannt.

Hüte dich vor solchen Ländern. Verharre nicht lange dort,

sonst wirst du auf Dauer ein Stück dieser Wüste

und Dein Herz dem Seinen gleich.

-Lennart Cole-




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